ca. 1600 Aus der Gemeindeordnung des Dorfes Oberhohndorf (Auszug) ...(daferne aber jemand seiner Gesundheit halber eine Ziege (die verboten sind!))aufstellen wolte, soll er dieselbe in seinem Stall behalten und keinesweges auf die Gemeinde treiben. Zum Sechsten und dieweil bis anhero sich ihrer viel unterstanden bey dem Gemein - oder Lorenz Brunnen Waßer vor das Vieh zuschöpfen, oder wohl gar Leinewandt darbey zu bleichen dadurch daß Waßer gar leicht getrübet worden, ja gar versiegen könnte, Als soll selbiger einreißender Mißbrauch hinführo gänzlich abgeschaffet seyn., und solcher Brunn alleine zu kochen, waschen und backen, keineswegs aber zum Leinwandt bleichen noch vor das Vieh geschöpfet(!) und gebrauchet werden, bei Strafe eines guten Schocks. Zum Siebenden Soll sich niemand unterstehen, einigerley Unflath, als da ist Kohlasche, Agen von Flachß, Federn, tode Hunde und Kazen oder gestorbene Hüner in den Fahrweg zu werfen, sondern an solche Oerther dahin sie gehören....   1621 Eine dreiwöchige Kälte zu Anfang des Jahres vernichtete das Wintergetreide. Es entstand eine große Mahlnot und in manchen umliegenden Ortschaften war man genötigt das Korn zu kochen. Es entstand eine große Teuerung.   1623 In diesem Jahr erreichte die Not den Gipfel. z.B. kostete 1620 eine Kanne Butter 13gr. so kostete sie 1623 schon 2 fl.   1626 Pestjahr. Vom 5.6. bis Weihnachten gab es in ganz Zwickau 216 Tote.   1627 Angstjahr. Es geschahen für die damaligen Verhältnisse unheilbringende Ereignisse. 28.5. und 22.6. eine große Wasserflut. mehrere schwere Gewitter 15.7., 27.11. und 18.12. verheerende Stürme   1630 Am 25.1. versetzte ein prächtiges Nordlicht die ganze Bevölkerung in Angst und Schrecken. Ende Juli Pest und Blatternseuche 1631 Der 30 jährige Krieg tobte auch in Zwickau. Mitte Mai brach wieder die Pest aus und raffte diesmal ca.6000 Tote dahin. Die Soldaten der feindlichen Armee die trotz Pest plünderten, nicht mitgerechnet.   1634 Die Drangsale der Stadt nahmen noch kein Ende. Fast das ganze Jahr hindurch hörten Lieferungen, Durchmärsche und Einquartierungen nicht auf, wobei es nie ohne Plünderungen abging, obgleich in der Regel Auslösung gegeben wurde. Die Unsicherheit der Umgegend war groß. Am 14.10. erschien plötzlich von Chemnitz her, das er eben gebrandschatzt, vor unserer Stadt der kaiserl. Obristleutnant von Schütz mit einigen Regimentern Croaten, Dragonern und Fußvolk, schlug, nachdem er Schedewitz und Bockwa (man nimmt an auch Oberhohndorf) besetzt, in den oberen Erlen ein Lager und bemächtigte sich sofort der Lerchenmühle und des Gasthofs auf dem Holzanger. Von hier aus unternahm er auf Zwickau einen erfolglosen Angriff. Unter heftigen Drohungen zog er am 16. 10. wieder ab, nachdem er noch in der schon zuvor durch aus Böhmen retirirende Schweden hart mitgenommenen Umgegend alles verwüstet hatte. Kaum war man ihn los, erschien am 25.10 schon wieder ein neuer. Der kaiserl. Obrist Abraham Schönickel (ein geb. Chemnitzer) rückte mit 5000 Mann zu Roß und Fuß von Chemnitz her an. Er ließ sofort die Stadt zur Übergabe auffordern, ohne jedoch mit diesem Ansinnen mehr Glück zu haben als sein Vorgänger. Schließlich zog auch er sich am 27.10. eilends über Annaberg wieder nach Böhmen zurück, wozu ihm die Flammen der in Brand gesteckten Dörfer Marienthal, Schedewitz, Bockwa, Oberhohndorf, Vielau, Reinsdorf und Pöhlau den Weg leuchteten.   1641 Die Schweden brannten am 16.5 Oberhohndorf und noch andere umliegende Dörfer nieder. Im Jahr 1641 tobte in Mitteleuropa der Dreißigjährige Krieg (1618-1648). Die kaiserlich-katholischen Streitkräfte standen den protestandischen Streitkräften gegenüber. Der Krieg wurde von den beiden Streitkräften deutscher Nation, die von ausländischen Heeren unterstützt wurden, außerordentlich erbittert und grausam geführt. Auch Zwickau war von diesem Krieg schwer getroffen. Nach den wechselnden Belagerungen und Besetzungen der Stadt wurde um Kriegsende eine traurige Bilanz gezogen: Nur etwa ein Viertel der Vorkriegsbevölkerung lebte noch, die finanzielle Gesamtbelastung belief sich auf 321.141 Taler. Damals eine riesige Summe! Von 850 Häusern waren 382 ein Raub der Flammen geworden. Vom 12.5.-9.6.1641 belagerte der kaiserliche Generalwachtmeister Barry die Stadt. Schließlich mussten sich die verteidigenden Schweden ergeben und die Stadt verlassen. Eine sächsische Kompanie verblieb als Garnision. Die vorliegende Karte wurde am 19.6.1641 angefertigt. Auf einen Blick erkennt der Betrachter die Zwickauer Mulde, den Stadtkern mit der Stadtmauer und dem Stadtgraben. Rechts liegen die Dörfer Bockwa (mit Mühle), Oberhohndorf und Schedewitz. Auf dem Brückenberg, aber auch an anderen exponierten Stellen um die Stadt herum waren Batterien und Truppen in Stellung gegangen. Die die Stadt beschießen konnten. Die Details im Umfeld der Stadt sind recht gut dargestellt. Um so mehr fällt die schlechte Wiedergabe der Innenstadt auf. Dennoch bleibt der Plan wegen seiner großen Detailtreue von großer Aussagekraft.   1686 Am 14.5. war der sogenannte "bewaffnete Bierausfall". Die Schönfelser hatten fremdes Bier gekauft, und das war verboten. Auch Oberhohndorf unterstand mit 30 anderen Dörfern dem Bannmeilenrecht.Sie waren also zur Abnahme von Zwickauer Waren und Bier verpflichtet.   1736 Am 18. und 19. 7 war eine große Wasserflut. Am 7.7. wurde in Oberhohndorf eine alte Frau vom Blitz erschlagen.   1748 Reinsdorfer Steinkohlengewerkschaft verkauft ihr Ladungsrecht an Bockwa, Oberhohndorf und Planitz.   1755 In Oberhohndorf brannte bei schwerem Gewitter am 14.5. ein Haus weg.